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Ausgabe 16

Seit 2006 präsentiert „Tüpisch Türkisch“ Filmisches aus der Türkei, aber auch neue Entwicklungen des deutsch-türkischen Kinos. Dabei kommen unabhängiges Arthauskino, Debüts und Kurzfilme zum Zug, aber auch Schwerpunktthemen wie Gentrifizierung, die Wasserproblematik, Beiträge zu ethnischen und religiösen Minderheiten oder zu LGBTIQ-Themen.
Das aktuelle Programm belegt, dass gerade unter den aktuell schwierigen Bedingungen ein besonders hochwertiges Kino entstanden ist: Tüpisch Türkisch #16 präsentiert gleich mehrere Preisträger*innen türkischer und internationaler Festivals.

In den letzten Jahren ging die „Goldene Orange“ von Antalya an politisch und sozial bedeutsame Filme. 2020 erhielt Azra Deniz Okyays „Ghosts“ diesen wichtigsten türkischen Filmpreis. Die Regisseurin vereinigt die futuristische Vision eines krisengeschüttelten Istanbuls mit aktuellen Fragen der Stadtsanierung. Letztes Jahr wurde „Brother Keepers“ mit der „Goldenen Orange“ ausgezeichnet: Ferit Karahan entlarvt die autoritären Strukturen eines Jungeninternats in der eingeschneiten ostanatolischen Provinz und beschwört die  Solidarität der jüngeren Generation…Eine ähnliche Thematik, doch ins Komische gekehrt, behandelt  „Times of Impatience“: Aydin Oraks Parabel der rebellischen Zwillinge Mirza und Mihat, die unbedingt baden wollen,  zeigen wir als Deutschlandpremiere. Der Generationenkonflikt wird in dem Dokumentarfilm „Les Enfants terrible“ – gedreht nahe Anatkya an der syrischen Grenze ­­- mit der Intensität eines Spielfilmes umgesetzt – dafür erhielt Ahmet Necdet Çupur zahlreiche Preise, unter anderem in Nyon und Sarajevo.   
Generell verbinden die diesjährigen Beiträge oft eine starke lokale Prägung mit einer universellen Perspektive: Pelin Tans experimenteller „Notes for a film about Gilgamesh“ interpretiert den Jahrtausende alten Gilgamesch-Mythos aus Mesopotamien vor dem Hintergrund von Umweltzerstörung und Wasserproblematik der Region, und ist komplett mit kurdischen Schauspielerinnen besetzt. Und unsere abschließender Überraschungsfilm hat starke Kölsche Wurzeln und ist dabei typisch türkisch!

Team

Amin Farzanefar, Programmkurator

Lale Konuk, Projektleitung und Presse

Joachim Steinigeweg, Verwaltung

Joachim Sperl (freie Mitarbeit), Grafische Konzeption und Gestaltung

Seit 2006 präsentiert die Filmreihe „Tüpisch Türkisch“ dem Kölner Publikum unterschiedlichste Facetten des Türkischen Kinos. Im Laufe der Jahre haben sich dabei einige Sonderausgaben ergeben – etwa zu Istanbul als Europäischer Kulturhauptstadt des Jahres 2010 oder zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens mit der Türkei. Die Unruhen rund um den Gezipark standen im Zentrum der Ausgabe 2013. Eine Auskoppelung war im November 2015 die große Retrospektive „Children of Hayastan“ zum 100. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern.

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