Dokumentarfilm TR 2005, 70′
Türkisch mit englischen UT

R: Pelin Esmer  Mit: Hüseyin Arslanköylü, Saniye Cengiz, Fatma Fatih, Zeynep Fatih u. a.

Oyun (The Play)

Pelin Esmers erster Langfilm erzählt von einem Aufbruch aus alten Strukturen: Auf Initiative des Schullehrer Hüseyin beschließen neun Bäuerinnen aus dem südanatolischen Bergdorf Arslanköy, ihre Lebensgeschichten als Theaterstück aufzuführen. Tabus wie häusliche Gewalt, gesellschaftliche Ächtung und Demütigungen werden angepackt, das Selbstbewusstsein der Frauen wächst, frech und humorvoll gehen sie ans „Eingemachte“ – und das schmeckt nicht jedem: Die Filmemacherin verfolgt mit dem Entstehen des Stückes das Mündigwerden einer Dorfgemeinschaft, das Heranwachsen von Solidarität und Respekt zwischen den Eheleuten. „The Play“ war 2006 Esmers Durchbruch als Filmemacherin und erhielt zahlreiche internationale Filmpreise.

“Im Verlauf der Proben verwandeln sich diese scheuen Bäuerinnen zu wunderbaren Schauspielerinnen und entwickeln spontan einen kompromisslosen feministischen Diskurs. Anfangs lediglich ein Zeitvertreib, wird das Theaterspielen schnell eine ‘Frage auf Leben und Tod’, die ihnen Selbstachtung, Anerkennung ihrer Ehemänner und eine große Hoffnung für künftige Generationen einbringt. Vor der Kamera findet eine wahre Revolution statt: friedfertig, gefühlvoll und äußerst fröhlich.” (Isabelle Regnier, Le Monde, zitiert nach: Dok-Fest München)

Pelin Esmer (* in Istanbul) ist eine der bekanntesten Filmemacherinnen der Türkei. Ihr Debüt-Langfilm „The Play“ (2005) erhielt viele Auszeichnungen und lief auf über 50 Festivals. Auch ihre weiteren Spielfilme waren international erfolgreich: „10 TO 11“ (2009), „Watchtower“(2012) und „Something useful“ (2017). 2014 war sie als Jurymitglied des Internationalen Frauenfilmfestivals in Köln. 2018 wurde sie vom DAAD nach Berlin eingeladen.

PhotoBy-SamiOkumuş

Photo Pelin Esmer: Copyright Sami Okumuş

translate