Dokumentarfilm MKD 2019, 90′
Sprachen: Türkisch, Mazedonisch, Serbokroatisch, Bosnisch mit deutschen UT

R: Tamara Kotevska, Ljubomir Stefanov  Mit: Hatidze Muratova, Nazife Muratova, Hussein Sam, Ljutvie Sam

Land des Honigs (Медена земја/ Honeyland)

Im nordmazedonischen Bergdorf Bekirlija versorgt Hatidze ihre 85-jährige bettlägerige Mutter Nazife. Täglich sammelt sie zwischen schwer zugänglichen Felsspalten den Honig der wilden Bienenvölker, um ihn auf dem Markt von Skopje zu verkaufen. Eine zugewanderte Nomadenfamilie bringt mit sieben Kindern und Dutzenden von Kühen zunächst willkommene Abwechslung, doch schließlich gefährden sie durch intensive Honigwirtschaft die naturverbundene Lebensweise der letzten Wildimkerin. „Land des Honigs“ wurde unter der Minderheit der „Balkantürken“ gedreht, die noch ein osmanisches Türkisch sprechen. Seine intensiven und poetischen Bilder zeigen eine denkbar harte, von der Abfolge der Jahreszeiten bestimmte Lebensweise, die durch die Erfordernisse der Moderne und des Kapitalismus und durch den Klimawandel bedroht ist.

Tamara Kotevska (*1993 in Prilep) besuchte die nationale Filmschule in Skopje mit Schwerpunkt Dokumentarfilm. Ljubomir Stefanov (*1975) arbeitet seit etwa 20 Jahren im Dokumentarfilmbereich, hautsächlich zu Themen des Umweltschutzes und der Ökologie. Kotevska und Stefanov verbrachten drei Jahre in Nordmazedonien, um „Land des Honigs“ zu drehen. Der Film sollte ursprünglich ein Kurzfilm über die Region des Bregalnica-Flusses werden, als sie auf die Wildbienenzüchterin Hatidze stießen. „Honeyland“ erhielt auf dem Sundance Film Festival 2019 drei Preise und wurde anschließend für zwei Oscars nominiert: Bester Dokumentarfilm und Bester internationaler Spielfilm.

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